Yoga-Schule Benedikt Klimke

Yoga-Schule
Benedikt Klimke

 

Obenitterstr. 48
42719 Solingen
Tel.:0171 1149839
E-Mail:  bklimke@yoga-solingen.com

 

Yoga

Viele Menschen fühlen sich von den indischen Geistesrichtungen angezogen und finden so den Zugang zu Yoga. Andere interessieren sich mehr für die körperliche Seite des Yoga.
Ob man sich mit der indischen Philosophie beschäftigt oder einen Yogakurs besucht, in jedem Fall kommt man – bewusst oder unbewusst – mit den oft sehr unterschiedlichen Körper –Vorstellungen , sehr unterschiedlichen Weltbildern  in Berührung, die unter dem Begriff  “Yoga” vertreten werden. Die Meinungen, was Yoga ist und wie man Yoga üben sollte, gehen dabei weit auseinander.

Yoga – weder zeitlos noch unveränderlich

Meist wird davon ausgegangen, dass die Praxis der Körperhaltungen (Asanas) und die dahinterstehenden Ideen sich seit Jahrtausenden nahezu unverändert bis heute erhalten haben. Wie unter anderem die Veröffentlichungen der Autoren Mark Singleton1 und N.Sjoman2 belegt haben, ist dies nicht der Fall.
Die Vorstellungen über das Zusammenwirken von Körper, “Geist” und “Seele“, die wir als diejenigen des Yoga wahrnehmen, wurden etwa von der Mitte des 19.Jhrdts an im Zusammenwirken von westlichem “spirituellem” Gedankengut unter dem Einfluss christlicher Ideen und indischer Philosophie in Indien v.a. im Rahmen der von Bengalen ausgehenden indischen Reformbewegung “Brahmo Samaj” entwickelt .
 Die Übungspraxis entstand  in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in der Auseinandersetzung zwischen westlichen Gymnastik-Stilen, Bodybuilding und indischen Körperübungen .Viele Haltungen und Übungsfolgen wie der Sonnengruß wurden erst in in dieser Zeit Bestandteil des Yoga.
Auch wenn das den Wert des Yoga für uns nicht schmälert, ( im Gegenteil, sind doch Ideen und Übungspraktiken aus der ganzen Welt in diese Systeme eingeflossen und haben sich auch weltweit bewährt und werden auch heute im weltweiten Austausch weiterentwickelt) finde ich es wichtig und notwendig, diese Einflüsse zu kennen und Yoga in seiner geschichtlichen und kulturellen Entstehung und Entwicklung  zu sehen. Unsere Aufgabe ist es, die Übungspraktiken und Weltbilder  nicht als etwas unveränderliches, zeitloses und damit auch nicht in Frage zu stellendes anzunehmen, sondern aus unserer heutigen Sicht herauszufinden, welche „östlichen Weisheiten“ für uns wertvoll sind und wir in unser Leben integrieren wollen, und  welche Ideen und KörperTechniken wir in ihrem Zusammenhang erkennen und auch lieber dort belassen möchten.

Damit soll keineswegs gesagt sein, dass es sich nicht lohnen würde, sich mit der indischen Philosophie auseinanderzusetzen, und zu schauen welche von deren Ideen  für uns hilfreich sein können.

Yoga kann uns   viel bieten, aber man sollte nicht darauf verzichten, genau hinzuschauen !

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Anandavalli –Das Konzept der verschiedenen Selbst

 

1 Yoga Body / The origins of modern posture practice, Mark Singleton, 2010 Oxford University Press.,Ein zusammenfassender Artikel des Autors, der im November 2010 im amerikanischen Yoga-Journal erschienen ist, findet sich hier:  , die ersten Seiten dieses Artikels in deutscher Übersetzung hier   (Stand jeweils September 2012).Außerdem zu diesem Thema lesenswert: ein Artikel des Indologen Prof. A. Michaelis “Auf der westöstlichen Übungsmatte”(Sept2012),

The Yoga Tradition of the Mysore Palace, N.E.Sjoman, abhinav publications, New Dehli, 2.ed.1999. Eine (englische) Zusammenfassung hier (Sept.2012)

3 Ausführlich beschrieben in “ A history of modern Yoga”, Elizabeth de Michelis ,Continuum 2004.


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