Yoga-Schule Benedikt Klimke

Yoga-Schule
Benedikt Klimke

 

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Das Bild der verschiedenen Ebenen des Selbst,
der verschiedenen „Körper“-Hüllen



Die indische Philosophie hat bereits einige Jahrhunderte vor Christus  ein Bild hervorgebracht,  das für das Verständnis der Zusammenhänge zwischen „Körper und Geist“ , für das Verstehen des Menschen  hilfreich sein kann. Dieses Bild taucht zum ersten Mal in einem längeren Text, der „Anandavalli“ auf,1 die  wiederum ein Bestandteil der Uphanishaden ist, dem letzten Teil der vedischen Grundtexte.
In der Anandavalli wird  der Mensch als ein Wesen beschrieben, in dem sich das Selbst (Atman ) auf verschiedenen Ebenen des Seins ausdrückt:
 
Demnach gebe es da  zunächst die materielle Seite des Menschen:

Der Mensch0 besteht aus Speise und Trank. Von ihm ist das (auf den Kopf zeigend) das Haupt, das die rechte, das die linke Seite, das die Seele, das das Unterteil, die Stütze.2

Auf der nächsten Ebene sei das Selbst der Energie des (Atem)Hauchs:

Von diesem aus Speise und Trank bestehenden ist der innere Âtman verschieden, der aus Hauch besteht. Jener ist davon erfüllt. Jener hat Menschenform, und seiner Menschenform entsprechend hat auch dieser Menschenform. Der Hauch ist der Kopf, der Durchhauch die rechte, der Aushauch die linke Seite, der Äther die Seele, die Erde das Unterteil, die Stütze.3

Darauf folge das Selbst, welches das  Denken und Fühlen repräsentiere (Manomaya Atman):

Von diesem aus dem Hauch bestehenden Âtman ist der innere Âtman verschieden, der aus Manas besteht. Jener ist davon erfüllt. Jener hat Menschenform, und seiner Menschenform entsprechend hat auch dieser Menschenform. Der Yajurveda ist sein Kopf, der Rigveda seine rechte, der Sâmaveda seine linke Seite; die Unterweisung seine Seele. Atharvan und Angiras (Atharvaveda) ist das Unterteil, die Stütze.

 sowie das Selbst der Erkenntnis (Vijnanmaya Atman)4:

Von diesem aus Geist bestehenden ist der innere Âtman verschieden, der aus Erkenntnis besteht. Jener ist davon erfüllt. Jener hat Menschenform, und seiner Menschenform entsprechend hat auch dieser Menschenform. Der Glaube ist sein Kopf, Recht die rechte, Wahrheit die linke Seite; die Versenkung seine Seele; die Macht das Unterteil, die Stütze.
Auch diese seien von der gleichen Gestalt wie der physische Körper und in diesem enthalten.

Zuletzt erscheine der  innerste beseligende Wesenskern (Anandamaya Atman)5

Von diesem aus Erkenntnis bestehenden ist der innere Âtman verschieden, der aus Wonne besteht. Jener ist davon erfüllt. Jener hat Menschenform, und entsprechend jener Menschenform hat auch dieser Menschenform. Liebes ist sein Kopf, Freude seine rechte, Freude seine linke Seite, Wonne seine Seele, das Brahman das Unterteil, die Stütze.

Es wird  hervorgehoben, das jedes Selbst die gleiche Gestalt habe wie der menschliche Körper und jeweils in den anderen enthalten sei.

Jenseits dieser verschiedenen Dimensionen des Selbst (Atman) sei das allumfassende universelle Selbst (Brahman). Die Begriffe Atman und Brahman werden oft in einer ineinander übergehenden Bedeutung gebraucht. Atman steht dabei mehr für die individuelle Seele, das göttliche Prinzip in jedem Einzelnen, Brahman für die ganze Welt und das allumfassende göttliche Prinzip.

Im frühen Mittelalter hat der einflußreiche Philosoph und bedeutendste Vertreter der Philosophie des Vedanta,  Shankara ( 788-820)6  einen Kommentar zu den wichtigsten Uphanishaden verfaßt. Seine Interpretation der verschiedenen Ebenen des Selbst als Körper-„Hüllen“  (koshas) hat sich seitdem durchgesetzt und verbreitet. Die Theosophen haben sich dieses Konzepts angenommen und daraus ein Modell mit 7 Hüllen bzw. Prinzipien gemacht . Unter anderem von da aus und verändert über die Anthroposophie ist es in die esoterische Gedankenwelt eingegangen und so ist schließlich auch der Begriff des „Astralleibs“ in  unserem  Alltagswortschatz angekommen. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass dieses Konzept jenseits der Klischees richtig genutzt sehr  hilfreich sein kann, Zusammenhänge tiefer zu verstehen


koshasneublaukleinGelegentlich finden sich auch bildliche   Darstellungen, wobei sich die Frage stellt, ob der physische Körper wie in diesem Bild als die innerste Hülle erscheinen oder  nicht eher außen liegen sollte. Wird der Körper von einer energetischen Aura umgeben, diese wiederum von einem „Leib“ der Gedanken und Gefühle, einem „Astralleib“, wie in der Abbildung ?
Oder befinden sich die feineren  oder „höheren“  Dimensionen unseres Seins im Inneren, ist der Körper Sitz der Seele, wie es die Weltsicht der griechischen Philosophen und des Christentums, aber auch der Text der Anandavalli nahelegen ?
Ich werde im Folgenden von einem Konzept ausgehen, das von beiden Sichtweisen abweicht, sich  auch nicht auf den „moderneren“, von Shankaracharya im frühen Mittelalter verwandten Begriff der „Hüllen“ (koshas) bezieht, sondern auf das ursprünglich verwandte Bild der verschiedenen „Selbst“ (Atman).

 

 

 

Das Selbst ist unteilbar, alles steht miteinander in Beziehung
 
Besonders wenn man die Idee der verschiedenen „Selbst“ (Atman) zugrunde legt, wird auch durch die Sprache deutlich, wie dieses Bild zwei zunächst unvereinbar erscheinende Sichtweisen auf unser menschliches Sein zusammenbringt: Einerseits gibt es die verschiedenen Dimensionen des Selbst (Atman): Das physische „Selbst“ oder die  physische Körper(hülle),  das energetische Selbst oder die energetische Körperhülle,  das Selbst oder die Körperhülle  der Gedanken und Gefühle, das Selbst oder die Körperhülle der Glückseligkeit. Andererseits existiert nur ein Selbst, nicht von ungefähr fällt es schwer, den Begriff im Deutschen in den Plural zu setzen. Keines der verschiedenen „Selbst“ oder keine der verschiedenen „Körper“- Hüllen kann ohne die Existenz der anderen sein, jede kleinste Veränderung auf einer Ebene bedeutet automatisch eine Veränderung auf allen anderen Ebenen.
Veränderungen im Körper, z.B. der Atmung und des Stoffwechsels, wirken zurück auf Stimmungen und Gefühle. Wir erfahren täglich im Alltag, dass sich körperliches Befinden und Stimmungslage gegenseitig beeinflussen, kaum voneinander zu trennen sind. Auch von Seiten der Naturwissenschaften gibt es zahllose Belege, von einfachen Zusammenhängen wie z. B. dem Ansteigen des Adrenalinspiegels bei Stress bis zu den neueren Ergebnissen der Neurobiologie. Diese Zusammenhänge sind uns allen mehr oder weniger bewußt und waren den Menschen auch immer schon bekannt. Jeder kennt  Redewendungen wie „sich etwas zu Herzen nehmen“, „ihm ist etwas über die Leber gelaufen..“ usw.. Viele therapeutische  Disziplinen wie die körperorientierten Psychotherapien, die Psychosomatik, viele östliche „ganzheitliche“  Therapie-oder Übungsformen wie auch Hatha-Yoga beruhen auf diesen Zusammenhängen.

Es gibt keine Hierarchie innerhalb dieses Bildes

Wenn man sich mit dem Bild der verschiedenen Selbst, bzw. Körperhüllen auseinandersetzt, stellt man fest, dass es hier keine Ebene gibt, die als die „Eigentliche“ andere vorrangig beeinflußt oder eher als Ort des Selbst angenommen wird.
Die verschiedenen Selbst oder Körper-“Hüllen“ sind untereinander gleichberechtigt. Keine Ebene steuert die andere, jede kann jede beinflussen. Auch innerhalb des  jeweiligen Selbst  oder der jeweiligen Körper-Hülle gibt es keine Hierarchie, alle Bereiche werden gleichberechtigt aufgeführt. Es gibt in dem gesamten Modell keinen „Ort“, der gegenüber einem anderen „Ort“ diesen steuern, verursachen oder mehr beeinflussen könnte, als dass er beeinflusst wird. Das Selbst ist hier in jedem Ort, unteilbar, auf jeder Ebene.

Unsere „normalen” Sichtweisen

Die  Bedeutung dieser zunächst sehr abstrakt klingenden Annahme wird deutlich, wenn man sie den Vorstellungen gegenüberstellt, die wir gemeinhin als selbstverständlich vorraussetzen, auch wenn uns diese nicht bewußt sind:

Die Sichtweise  der Naturwissenschaften

Vom klassischen naturwissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen liegt die Ursache für alle Gefühle und Gedanken im physischen Körper. Es besteht eine klare Hierarchie, eine Dominanz der physischen, materiellen Ebene gegenüber den anderen Ebenen. Der Einfluß verläuft von der einen, der materiellen Seite, zu den anderen Ebenen hin. Die  physische, materielle Ebene ist die „Eigentliche“, die anderen Ebenen sind nachgeordnet, alles richtet sich nach den Naturgesetzen, von der physikalisch-chemischen Ebene der Atome  bis zu den Gesetzen der Evolution, wo es um den Erhalt des Lebens und der Art geht. Gedanken, Gefühle, die Seele sind Epiphänomene von elektrisch-chemischen Prozessen, die immer genauer in verschiedenen Bereichen des Gehirns lokalisiert werden.

Die klassische christliche Sichtweise
 
Auf der anderen Seite geht die Idee vom Körper als bloßem Sitz der Seele, wie sie bereits aus der klassischen griechischen Philosophie bekannt ist, von einem Primat des „Geistigen“ aus. Der Körper ist hier mehr ein Gefäß, dass von den Eigenschaften seines Bewohners geformt wird. Auch die Vorstellungen des Christentums  vom sündigen „Fleisch“, dass allenfalls durch göttliche Gnade geheiligt werden könne und der unsterblichen Seele, die in den Himmel aufsteigen werde, bedeutet eine deutliche Hierarchisierung der verschiedenen Aspekte des menschlichen Wesens7.

Fazit

So steht ein Bild, das die verschiedenen Ebenen des menschlichen Seins als gleichwertig, sich wechselseitig beeinflussend und miteinander verbunden darstellt, im Gegensatz zu den tradierten  Bildern von der Vergangenheit bis heute und führt zu einer umfassenderen, kontinuierlichen Sicht der Welt.

Die Grenzen des  Bildes der Körperhüllen

So hilfreich und heilsam dieses Bild sein mag, wenn es darum geht, die verschiedenen Dimensionen unseres Seins zusammenzubringen, Zusammenhänge zu spüren und wahrzunehmen, so klammert es doch eine fundamentale Grundtatsache unseres Menschseins aus:

Der Mensch als Wesen in Beziehung

Das Bild geht von der Annahme des singulären Individuums aus und vernachlässigt damit die wesentliche Grundtatsache, daß wir nur in Beziehung und Gemeinschaft zu anderen Menschen geworden sind und existieren.

Die (tiefen)psychologische Sicht

Von der Zeugung an entsteht der Fötus in Beziehung zum Mutterleib. Dessen physiologische Situation (und damit auch alle Gefühle und Gedanken der Mutter) prägt bereits den Organismus des Kindes. Die Tiefenpsychologie und die Säuglingsforschung beschäftigen sich damit, wie die Identität des Kindes in Auseinandersetzung und Bezug zur Mutter bzw. zum Vater entsteht. Die Partner(in), die Familie, das gesellschaftliche Umfeld, in dem wir leben, beeinflussen unser Denken und Fühlen. So entstehen im Kontakt mit anderen  Identität und  Persönlichkeit. Diese entwickelt sich weiter  durch die Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen.

Die soziologische Sicht

Wir alle wissen darüber hinaus, wie sehr  unsere Wünsche, Vorlieben, Sehnsüchte, Ideale geprägt sind vom weiteren Umfeld,  der Gesellschaft, in der wir leben.  Genauso wie wir durch unsere Eltern und deren Erfahrung geprägt sind, hat sich  die Gesellschaft, in der wir heute leben, in tausenden von Jahren entwickelt. So sind wir als Menschen nur in  einem  historischen, gesellschaftlichen, familiengeschichtlichen Zusammenhang denkbar.

Fazit- der Mensch als isoliertes Einzelwesen-

Das Weltbild der verschiedenen Körperhüllen blendet eben diese historische und gesellschaftlich-soziale Bedingtheit vollkommen aus, sieht den Menschen isoliert von seinen geschichtlichen, sozialen, zwischenmenschlichen Zusammenhängen. Der Mensch dieses Weltbildes ist ein Einzelwesen, in sich integriert, aber vollkommen getrennt vom Rest des Universums. Erst auf der höchsten Ebene  wird oder erfährt die Einzelseele „Brahman“, das göttliche allumfassende Prinzip, das alles enthält.
Damit wird diese Weltbild zwar der einen  Grundbedingung der menschlichen Existenz gerecht:  Als biologische Einzelwesen leben wir in unserem Körper, mit dem wir alles erleben und erleiden und dessen Ende mit dem Tod unvermeidlich ist. Aber es blendet eben die andere Grundbedingung – die des Menschen als Wesen in Beziehung zur Welt – vollkommen aus. Die „Ganzheitlichkeit“ des Individuums wird erkauft mit einem Bruch mit der Umwelt, mit der Gesellschaft, mit dem Nächsten.

Die Anandavalli  Grundlage zur Meditation–  Mittel zum Zwecke der „Selbstverwirklichung“ 

Die Anandavalli ist wie erwähnt ein Teil der Uphanishaden. Diese wiederum beziehen sich ursprünglich auf die Veden und die Brahmanas, Schriften, die für die brahmanischen Priester geschrieben wurden und diesen als  Vorschriften zur Durchführung von Opferritualen dienten. Alle diese Texte, die Veden, die Brahmanas und die Uphanishaden bilden die klassische vedische Überlieferung  „srutti“ , was so viel bedeutet wie die „geoffenbarten“ Texte und gelten als göttlchen Ursprungs.
Die Anandavalli diente als Grundlage zur Meditation über die verschiedenen Ebenen des Seins. Auf diesem Weg der „Selbst“-Erkenntnis sollte der Meditierende über die Innenschau zunächst die verschiedenen Ebenen des Seins und schließlich „Brahman“, das allumfassende Selbst erkennen und „verwirklichen“. Selbstverwirklichung oder Verwirklichung des universellen Selbst  weist in diesem Zusammenhang auf ein Geschehen, das im Inneren des Individuums stattfindet.

Verwirklichung des Selbst oder Selbstverwirklichung ?

Dieser Vorstellung steht eine andere Vorstellung von Selbstverwirklichung gegenüber:
Wenn wir den Begriff der Selbstverwirklichung im Alltag verwenden, ist damit nicht gemeint, auf dem Weg nach Innen das universelle Selbst und so einen Zustand von von allumfassender Einheit und Glück zu suchen. In der heutigen Verwendung des Begriffes bedeutet Selbstverwirklichung, seine individuellen Sehnsüchte und Wünsche in der Welt zu verwirklichen und „aus“zuleben. Auch dieses Geschehen geht von der Vorstellung eines integren individuellen Selbst aus. Der Weg geht allerdings nach außen, in die Welt, und sucht so den Gegensatz zwischen Innen und Außen aufzulösen.

Östliches Denken und indische Gesellschaft

Unsere Vorstellung des Individuum, des individuellen Selbst hat sich von der Renaissance über die Aufklärung über das bürgerliche Zeitalter bis heute entwickelt. Auch wenn es uns nicht bewußt ist, so  ist die Art und Weise, wie wir uns selbst wahrnehmen und wie wir leben in einem bestimmten historischen und gesellschaftlichen Prozeß entstanden (s.o.).
Ebenso kommen  die Uphanishaden, die Anandavalli und deren Interpreten, z. B. Shankara, aus einem konkreten gesellschaftlich  historischem Umfeld. Sie sind nicht das Produkt eines zeit- und geschichtslosen „östlichen Denkens“ , dass sich ganz unabhängig von wo auch immer auf die Erde gesenkt hat.
Der französische Soziologe Louis Dumont hat in seinem Buch „Homo Hierarchicus“ die indische Gesellschaft analysiert und die These aufgestellt, dass innerhalb  des Kastensystems mit  strengen Reinheits- und Heiratsvorschriften, dass auch heute noch die indische Gesellschaft beherrscht, das Individuum, die Vorstellung der individuellen Selbstverwirklichung, nicht existieren kann und so nur der vollkommene Rückzug aus der Gesellschaft bleibt, um diese Dimension des menschlichen Seins zu leben.
Er schreibt: „Sie (die Kompliziertheit und Besonderheit der indischen Religionen) scheinen
sich logisch aus einem Ausgangspunkt oder einer initialen Entscheidung zu ergeben, die man folgendermaßen zusammenfassen könnte: dass sich die Gesellschaft einer absoluten Ordnung unterwerfen und vollkommen damit konform gehen muß, dass daraus folgend das Zeitliche und daher auch das Menschliche diesem untergeordnet sind, und dass, da es dort keinen Raum für das Individuelle gibt, wer auch immer ein Individuum werden möchte, die Gesellschaft tatsächlich verlassen muß“8.
So erscheint die Vorstellung von der Selbstverwirklichung als innerer Weg kein Ausdruck „östlichen Denkens“, sondern nur nur als eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite steht eine Gesellschaftsordnung, die keine individuelle Spielräume und keine Entwicklung zuläßt.

Wird fortgesetzt.

 

 

 

 

 

Anmerkungen:

0 Unterschiedliche Bilder oder Zuschreibungen für den männlichen und den weiblichen Menschen gibt es in diesem Bild nicht. Das liegt nicht daran, daß dieser Text der Uphanishaden tatsächlich von einem universellen Menschenbild ausgeht und eine fundamentale Gleichheit der Geschlechter zugrunde legt. Im Gegenteil: Der „Mensch“ der obigen Zitate aus  der Taittirya-Upanishad ( in der Übersetzung von A. Hillebrand) wird in einer aktuelleren Übersetzung von W.Slaje ( der  eine mehr dem Original verpflichtete Übersetzung angestrebt hat ) zum „Mann“.


Die Anandavallli ist Teil der Taittiria-Upanishad, einer der Uphanishaden. Diese wiederum gehören zu den vedischen Texten. Die Uphanishaden, die wohl zwischen dem 5.und 1.Jh.v.Chr. entstanden sind, folgen auf die eigentlichen Veden und die Brahmanas, und sind als letzter Teil der vedischen Überlieferungen entstanden. Die Anandavalli wird manchmal auch als  Brahmavalli bezeichnet, in dem auf diese folgenden Abschnitt der Taittirya-Upanishad, der Bhrguvalli,  wird das Bild der Ebenen des Selbst ebenfalls dargestellt.
s.Uphanishaden Arkanum des Veda, W. Slaje Ffm. 2009 S. 59 ff.

2 Veda-Brahmanas, A.Hillebrand, Diederichs 1958in Dig.Bibl.:Klassiker der indischen Philosophie, Berlin 2006, S.6809

3 Ebd. S.6810 eine sehr ähnlich Übersetzung findet sich auch bei: Uphanishaden Arkanum des Veda, W. Slaje Ffm. 2009 S. 53 ff.,

4 Ebd. S.55 u. S. 6811

5 Ebd.  S.56 u. S.6812

6 DigBib. Lutz Geldsetzer Die klassische indische Philosophie S. 345

7 Mir  ist bewußt, dass auch im Christentum die Vorstellungen vom Körper immer schon auch komplexer waren: Nur durch die Wiederauferstehung (und Wiederherstellung) des „Fleisches“ wurde die Person nach dem jüngsten Gericht wieder komplett, auch der Körper trug Göttliches in sich, insbesondere der des/r Heiligen, daher der ausgeprägte Reliquienkult usw.

8 In Hinduism and before it, India has effected a whole series of distinctions which are not those to which we are accustomed. So far from being fanciful exoticisms, the complications of Indian religions only appear to us such because we happen to practise different ones. They seem to flow logically from an initial position or, as it were an initial choice, which can perhaps be summed up as follows: that the society must submit and entirely conform to the absolute order , that consequently the temporal, and hence the human, will be subordinate, and that, while there is no room here for the individual, whoever wants to become one may leave society proper.“
Louis Dumont, Homo Hierarchicus, Oxford University Press, 6. Auflage Neu Dehli 2008, S. 286




 ©2012 Benedikt Klimke